
Das bestandsgefährdete robuste Schwarzbunte Niederungsrind wird auf seine Eignung für die ökologische Haltung überprüft, und praxistaugliche Zuchtstrategien werden ausgearbeitet.
Schwarz-weiß gefleckt sind viele Kühe in Deutschland. Nach Jahrzehnten einseitiger Zucht auf Milchleistung gehören weltweit die meisten von ihnen zur Rasse Holstein-Friesian: spindeldürre Gestalten, deren Stärke es ist, bei intensiver Haltung und Fütterung sehr schnell sehr viel Milch zu geben.
Das bestandsgefährdete Altdeutsche Schwarzbunte Niederungsrind dagegen ist ein langlebiges, gemütvolles Tier. Mit seinem kräftigeren Körperbau eignet es sich sowohl zur Milchkuh als auch zur Mast.
Die größte Herde des Niederungsrindes lebt auf dem Versuchshof Frankenhausen der Universität Kassel. Der Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften prüft, wie sich diese Rasse in der ökologischen Landwirtschaft nutzen lässt. Gesundheit, Langlebigkeit und Fleischqualität sind Schwerpunkte der Forschungen.
Gemeinsam mit dem Verein zur Erhaltung und Förderung des Alten Schwarzbunten Niederungsrindes wird derzeit ein Konzept für die Züchtung dieser Rasse erarbeitet. Dabei werden Daten der Tiere aller Zuchtbetriebe des Vereins erfasst und die Verwandtschaftsverhältnisse systematisch ermittelt. Schließlich wird der Zuchtwert der Kühe bewertet. Ziele sind eine lang anhaltende Leistungsfähigkeit der Tiere sowie die Sicherung einer breiten züchterischen Basis.
Das akribische Sammeln und Auswerten von Informationen schafft die Voraussetzung für die Verbreitung des Altdeutschen Schwarzbunten Niederungsrinds und seiner Züchtung in der Praxis.
Nähere Informationen: Dr. Christian Krutzinna , Universität Kassel, Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften, Email: krutz (at) wiz.uni-kassel.de
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